Im Restaurant: Die Rechnung gehört nicht zu uns

Wir waren zu viert essen.

Das Essen war hervorragend.

Dann kam die Rechnung.

Ich schaute darauf.

182 Euro.

Das erschien mir für vier Hauptgerichte etwas ambitioniert.

Ich rechnete nach.

Auf der Rechnung standen:

sechs Hauptgerichte,
drei Desserts,
acht Bier,
zwei Flaschen Wein
und vier Espresso.

Ich rief die Bedienung.

„Entschuldigung, ich glaube, das ist nicht unsere Rechnung.“

Sie schaute darauf.

„Doch, Tisch 14.“

„Wir sitzen an Tisch 14.“

„Dann stimmt es.“

Eine interessante Beweiskette.

„Wir hatten aber keinen Wein.“

„Keinen?“

„Nein.“

„Auch keine Desserts?“

„Nein.“

„Espresso?“

„Auch nicht.“

Sie schaute auf uns.

Dann auf den Nachbartisch.

Dort saßen sechs sehr fröhliche Menschen.

Mit Wein.

Dessert.

Und Espresso.

„Oh.“

Zwei Minuten später kam unsere tatsächliche Rechnung.

87 Euro.

„Das sieht realistischer aus“, sagte ich.

Sie grinste.

„Schade eigentlich.“

Bei Rechnungen ist Ehrlichkeit besonders einfach, wenn man plötzlich 95 Euro sparen kann.