Der Mietwagen, der keiner war

Ich hatte online einen Mietwagen reserviert.

Kompaktklasse.

Bezahlt.

Bestätigung erhalten.

Am Schalter gab ich meine Reservierungsnummer durch.

Die Mitarbeiterin tippte.

Dann sagte sie den Satz, den man bei einer Autovermietung nicht hören möchte:

„Wir haben leider kein Auto für Sie.“

„Ich habe eins reserviert.“

„Ja.“

„Und bezahlt.“

„Ja.“

„Und eine Bestätigung bekommen.“

„Ja.“

Kurze Pause.

„Aber Sie haben kein Auto.“

Ich bewunderte die Konsequenz dieses Geschäftsmodells.

„Was genau bedeutet bei Ihnen denn ‚Reservierung‘?“

Sie lächelte etwas gequält.

„Dass wir ein Fahrzeug für Sie einplanen.“

„Und wo ist das eingeplante Fahrzeug?“

„Das ist noch nicht zurück.“

Aha.

„Wann kommt es?“

„Das wissen wir nicht.“

Nach zehn Minuten kam die Lösung.

„Wir könnten Ihnen kostenlos ein Upgrade anbieten.“

„Was hätten Sie denn?“

„Einen Transporter.“

Ich war allein unterwegs.

Mit einem kleinen Koffer.

Eine halbe Stunde später fuhr ich in einem Fahrzeug vom Hof, mit dem ich problemlos einen Drei-Personen-Haushalt hätte umziehen können.

An der ersten Ampel blickte ich auf meinen Koffer auf dem Beifahrersitz.

„Na immerhin haben wir Platz.“

Manchmal bekommt man beim kostenlosen Upgrade vor allem mehr Fahrzeug, als man jemals wollte.