Beim Bäcker: Das letzte Croissant

Sonntagmorgen.

Vor mir in der Bäckerei stand ein Mann.

In der Auslage lag noch genau ein Croissant.

Ich wollte dieses Croissant.

Der Mann vor mir bestellte:

„Drei Brötchen und ein Körnerbrötchen.“

Sehr gut.

„Sonst noch etwas?“

„Nein.“

Perfekt.

Die Verkäuferin packte seine Brötchen ein.

Dann betrachtete der Mann die Auslage.

Nein.

Bitte nicht.

„Ach, wissen Sie was? Geben Sie mir noch das Croissant.“

Ich glaube, er spürte meinen Blick im Rücken.

Das Croissant verschwand in seiner Tüte.

Ich war dran.

„Guten Morgen. Was darf es sein?“

Ich zeigte auf die leere Stelle.

„Eigentlich wollte ich das Croissant.“

Die Verkäuferin lächelte.

„Einen Moment.“

Sie verschwand nach hinten.

Dann kam sie mit einem ganzen Blech frisch gebackener Croissants zurück.

Warm.

Knusprig.

Duftend.

„Die sind gerade fertig geworden.“

Ich sah auf das Croissant des Mannes vor mir.

Dann auf meines.

Meines war warm.

Seines nicht.

Das Universum hatte für Gerechtigkeit gesorgt.

Manchmal verliert man das letzte Croissant und bekommt dafür das erste vom neuen Blech.